Welche Versicherungen brauchen Psychotherapeut:innen?
Wer psychotherapeutisch arbeitet, trägt fachliche und wirtschaftliche Verantwortung. Die passende Absicherung hängt davon ab, ob du angestellt oder selbstständig arbeitest, eigene Räume betreibst, Mitarbeiter:innen beschäftigst und welche Leistungen du anbietest.
Dieser Überblick hilft dir, die wichtigsten Fragen für ein Gespräch mit einer unabhängigen Versicherungsberatung vorzubereiten. Er ersetzt keine individuelle Rechts- oder Versicherungsberatung. Deckungssummen, Ausschlüsse und gesetzliche Anforderungen können sich ändern.
1. Berufshaftpflichtversicherung
Die Berufshaftpflicht ist die zentrale Absicherung für Ansprüche, die aus der beruflichen Tätigkeit entstehen. Achte nicht nur auf die Versicherungssumme, sondern auch darauf, ob Personen-, Sach- und Vermögensschäden, Nachhaftung und die konkrete psychotherapeutische Tätigkeit umfasst sind.
Kläre vor Vertragsabschluss:
- Ist dein genauer Berufs- und Ausbildungsstatus versichert?
- Sind Tätigkeit in eigener Praxis, online und an gemieteten Standorten umfasst?
- Gilt der Schutz auch für Vertretungen, Gruppen oder zusätzliche Beratungsangebote?
- Welche Selbstbehalte und Ausschlüsse gibt es?
Für verbindliche gesetzliche Anforderungen sind das aktuelle Psychotherapiegesetz, deine Berufsvertretung und eine fachkundige Beratung maßgeblich.
2. Betriebs- oder Praxis-Haftpflicht
Eine betriebliche Haftpflicht kann Risiken rund um den Praxisbetrieb abdecken, die nicht aus der Behandlung selbst entstehen – etwa wenn jemand in deinen eigenen Räumen zu Schaden kommt. Bei stundenweise gemieteten Räumen solltest du klären, welche Risiken bereits der Vermieter trägt und wofür du selbst verantwortlich bleibst.
3. Praxisinventarversicherung
Wenn du Möbel, Technik oder therapeutisches Material besitzt, kann eine Inventarversicherung Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruch oder andere versicherte Ereignisse abdecken. Bei flexibler Raummiete ist oft nur wenig eigenes Inventar vorhanden. Dann sollte der Schutz zu deinem tatsächlichen Risiko passen.
4. Rechtsschutz
Ein Berufs- oder Betriebsrechtsschutz kann bei vertraglichen und berufsbezogenen Konflikten helfen. Prüfe Wartezeiten, ausgeschlossene Bereiche und ob Datenschutz-, Miet- oder Honorarthemen tatsächlich eingeschlossen sind.
5. Einkommensschutz
Selbstständige haben bei Krankheit nicht automatisch dieselbe Einkommensabsicherung wie Angestellte. Krankentagegeld, Betriebsunterbrechung und Berufsunfähigkeit verfolgen unterschiedliche Zwecke. Entscheidend sind Karenzzeit, Leistungsdefinition und die Frage, wie lange du laufende Kosten aus Rücklagen tragen kannst.
Praktische Checkliste
- Liste alle Tätigkeiten, Standorte und Arbeitsformen auf.
- Trenne Behandlungsrisiken von allgemeinen Betriebsrisiken.
- Berechne deine laufenden privaten und beruflichen Fixkosten.
- Lass dir Ausschlüsse und Nachhaftung schriftlich erklären.
- Prüfe den Schutz nach Änderungen von Status, Angebot oder Standort erneut.
Wer Fixkosten beim Praxisstart niedrig halten möchte, kann Praxisräume in Wien stundenweise mieten. Einen Überblick über Stundenpakete und Mitgliedschaften findest du auf der Preisseite.
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